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		<title>Erlebnistrainings: Wichtig ist die Reflexion</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 10:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Sauerwein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Outdoortraining]]></category>
		<category><![CDATA[Teambuilding]]></category>
		<category><![CDATA[Verantwortung]]></category>
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		<description><![CDATA[Erlebnistrainings: Wichtig ist die Reflexion Foto: Prohaska Im Gespräch mit &#8230; Sabine Prohaska &#8230;ist seit 1992 in der Erwachsenenbildung als Trainerin, Vortragende und Coach tätig. Sie ist Gründerin und Inhaberin von prohaska seminar consult, Wien, einem Unternehmen, das selbst Trainer, Dozenten, Berater und Coaches ausbildet. Frau Prohaska, in manchen Event-Trainings balancieren Manager in schwindelnden Höhen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1>Erlebnistrainings: Wichtig ist die Reflexion</h1>
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<div><img title="Foto: Prohaska" src="https://www.hrm.de/portals/hrm/story_images/personen/Prohaska.gif" border="0" alt="Foto: Prohaska" /></p>
<div>Foto: Prohaska</div>
</div>
<div>
<div><strong>Im Gespräch mit &#8230;</strong></div>
<p><strong>Sabine Prohaska </strong></p>
<p>&#8230;ist seit 1992 in der Erwachsenenbildung als Trainerin, Vortragende  und Coach tätig. Sie ist Gründerin und Inhaberin von prohaska seminar  consult, Wien, einem Unternehmen, das selbst Trainer, Dozenten, Berater  und Coaches ausbildet.</p></div>
</div>
<p><strong>Frau Prohaska, in manchen Event-Trainings balancieren  Manager in schwindelnden Höhen über dünne Seile oder steigen in tiefe  Höhlen hinab. Welche „besonders“ kreativen Trainingsprogramme sind Ihnen  bekannt? </strong></p>
<p>Zahlreiche. Die Angebotspalette reicht vom gemeinsamen Kochen, Malen und  Musizieren über Höhlenexpeditionen und Rätselrallyes mit GPS bis hin zu  Seminaren mit Pferden und Wölfen. Der Fantasie sind beim sogenannten  Erlebnislernen keine Grenzen gesetzt.</p>
<p><strong>Warum sind solche „alternativen“ Formen des Teambuildings so gefragt? </strong></p>
<p>Unter anderem, weil viele Unternehmen die Erfahrung gesammelt haben,  dass es ihre Mitarbeiter stärker zusammenschweißt, wenn diese gemeinsam  eine Aufgabe oder Herausforderung meistern, als wenn sie nur gemeinsam  im Seminarraum sitzen. Zudem bleiben die Lerninhalte besser haften, weil  über das gemeinsame Erleben sogenannte Erinnerungsanker geschaffen  werden.</p>
<p><strong>Worin unterscheiden sich diese Event- Trainings von den klassischen Trainings für Führungskräfte generell? </strong></p>
<p>Der zentrale Unterschied liegt im unmittelbaren Erleben – zum Beispiel,  wie ein Team funktioniert. Oder wie eine Aufgabe gelöst werden kann, von  der die Teilnehmer zunächst dachten: Das ist unmöglich. Dabei gilt es  jedoch zu beachten, dass das gemeinsam Erlebte stets nur eine Metapher  darstellt. Entsprechend wichtig ist die anschließende Reflexion: Welches  Verhalten haben wir zum Beispiel beim Floßbauen gezeigt und was lernen  wir daraus für unseren Arbeits- und Führungsalltag? Erfolgt diese  Reflexion nicht, wird das Erleben zum Selbstzweck, da kein Transfer  erfolgt.</p>
<p><strong>Also eignet sich nicht jedes Event-Training für jedes Trainingsziel? </strong></p>
<p>Richtig. Die Ausgangsfrage muss stets lauten: Welches Ziel möchten wir  mit der Trainingsmaßnahme erreichen? Das Trainingsdesign muss sich  sozusagen dem Lernziel unterordnen, sonst wird Letzteres schnell nicht  erreicht. Hierfür ein Beispiel: Angenommen ein Unternehmen möchte, dass  seine Vertriebsmitarbeiter stärker als Team agieren. Dann würde ich dem  Unternehmen beispielsweise keinen Raft empfehlen. Denn wenn ein Boot  einen reißenden Fluss hinabgleitet, dann muss ein Insasse ganz klar das  Sagen haben und die anderen müssen sozusagen blind den Kommandos ihres  Anführers folgen. Denn in Stromschnellen ist zum Diskutieren keine Zeit.  Sinnvoller wäre es, gemeinsam ein Floß zu planen und bauen, damit sich  jeder Teilnehmer mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen  kann.<br />
<strong><br />
Welchem Zweck dienen Veranstaltungen, bei denen vor allem Abenteuer und Mutproben im Vordergrund stehen? </strong></p>
<p>Sie verfolgen oft zwei Ziele. Zum einen das wechselseitige Vertrauen  aufzubauen, da es bei den integrierten Übungen häufig um die Frage geht:  Inwieweit kann ich meinem Kollegen vertrauen beziehungsweise inwieweit  bin ich bereit, ihm zu vertrauen? Zum anderen geht es darum, eigene  Grenzen wahrzunehmen und unter Umständen zu verschieben, zum Beispiel,  indem man etwas tut, von dem man zunächst dachte: Das kann ich nicht.  Solche Trainings kommen vor allem zum Einsatz, wenn in Unternehmen  Veränderungen anstehen, die von dem Einzelnen neue Denk- und  Verhaltensmuster erfordern.</p>
<p><strong>Lenkt der Eventcharakter nicht von den eigentlichen Trainingszielen ab? </strong></p>
<p>Das kann geschehen. Deshalb ist die Reflexion des gemeinsam  beziehungsweise individuell Erlebten unter professioneller Anleitung so  wichtig. Denn den Teilnehmern erschließt sich oft nicht unmittelbar, was  hieraus für ihren Arbeitsalltag folgt.</p>
<p><strong>Garantiert das eigene Erleben denn überhaupt einen besseren  Transfer in den Berufsalltag als ein rein theoretisches Vermitteln der  Information? </strong></p>
<p>Aus der modernen Hirnforschung weiß man, dass Erlebtes – vor allem wenn  es mit positiven Emotionen besetzt ist – langfristig im Gehirn verankert  wird. Dies gilt jedoch nur, wenn es entsprechend aufgearbeitet und  verarbeitet wird. Erfolgt dieses Aufarbeiten nicht, bleibt nur das tolle  Erlebnis im Gedächtnis haften. Der Lerneffekt tendiert also gegen null.  Wie erwähnt, ist für den Lernerfolg die positive Emotion, also zum  Beispiel das Erfolgserlebnis, sehr wichtig. Deshalb sollten die  Trainings die Teilnehmer zwar fordern, aber keinesfalls überfordern.  Sonst ist die Gefahr groß, dass das Training zum Beispiel für manche  eher unsportliche Teilnehmer zum Albtraum wird und das Gegenteil des  intendierten Ziels erreicht wird.<br />
<strong><br />
Sollte die Gruppe eher homogen sein oder ist der Lernerfolg sogar größer, wenn die Teilnehmer sehr unterschiedlich sind? </strong></p>
<p>Als Trainerin liebe ich es, mit heterogenen Gruppen zu arbeiten. Denn es  ist spannend, die unterschiedlichen Herangehensweisen der Teilnehmer zu  beobachten und in Lernerkenntnisse für alle zu transferieren. Hinzu  kommt: Gerade bei heterogenen Gruppen ist oft ein Teambuilding wichtig,  damit die erforderliche zwischenmenschliche Akzeptanz entsteht, um die  Unterschiedlichkeit als Chance und wechselseitige Bereicherung zu sehen.</p>
<p><strong>Was kosten solche Seminare eigentlich? </strong></p>
<p>Das variiert stark. Wenn ein Team nur gemeinsam kocht, dann ist dies  selbstverständlich günstiger, als wenn es auf Kamelen eine Wüste  durchquert. Allgemein gilt: Die Kosten sind in der Regel höher als bei  einem klassischen Seminar. Denn bei Seminaren, die stark auf ein  Erlebnislernen speziell in der Natur setzen, ist oft neben dem  eigentlichen Managementtrainer eine geschulte Fachkraft wie zum Beispiel  ein Bergführer nötig. Außerdem benötigt man das passende Equipment.</p>
<p><strong>Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl der Veranstalter  achten? Woran können sie im Vorfeld erkennen, dass bei dem Training  vermutlich etwas Sinnvolles herauskommt? </strong></p>
<p>Wie bereits gesagt, ist das Erleben kein Selbstzweck. Vielmehr soll die  gewünschte Veränderung erreicht werden. Deshalb sollten Unternehmen  unter anderem darauf achten, inwieweit die Trainer aufgrund ihrer  Biografie dazu in der Lage sind, die hierfür nötigen Reflexions- und  Transferprozesse bei ihren Mitarbeitern auszulösen. Sie sollten auch  darauf achten, dass das Seminardesign ausreichend Zeit für den Transfer  vorsieht. Erleben und Be- sowie Verarbeiten müssen in einem ausgewogenen  Verhältnis stehen.<br />
<strong><br />
Welche Anforderungen werden bei solchen Trainingsdesigns an die Trainer gestellt? </strong></p>
<p>Sie müssen zunächst ausgewiesene Fachkräfte für die jeweilige  alternative Trainingsart sein – also zum Beispiel bei Kletterevents  erfahrene Bergführer oder -steiger. Das ist wichtig für die Sicherheit  der Teilnehmer. Sie müssen aber auch die Arbeits- und  Kommunikationsprozesse in Unternehmen kennen und persönlichkeits- oder  teambildende Prozesse bei Menschen auslösen und verantwortlich begleiten  können. Also sollten sie zum Beispiel eine Coaching- oder  Trainingsausbildung haben. Eine Person allein kann diese Anforderungen  oft nicht erfüllen. Deshalb kommen bei solchen Trainings häufig  Trainerteams zum Einsatz.</p>
<p><strong>Wohin geht der Trend bei den „alternativen“ Trainings? </strong></p>
<p>Mein Eindruck ist: Der Trend geht weg von eher exotischen Designs, wie  zum Beispiel dem gemeinsamen Durchqueren der Wüste, und Trainings, die  eine Survival-Komponente haben. Stattdessen werden zunehmend Elemente  wie gemeinsames Kochen oder der gemeinsame Besuch eines Hochseilgartens  in die Seminare integriert – aus Kostengründen und weil viele  Unternehmen registrieren: Auch so erzielen wir die gewünschten  Ergebnisse.<br />
<strong><br />
Auf den Punkt gebracht, was ist besser: alternatives oder klassisches Training? </strong></p>
<p>Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Das muss anhand  des angestrebten Zieles stets neu entschieden werden. Auf alle Fälle  sollten aber Kosten und Nutzen gut abgewogen werden.</p>
<p>Interview: Wilfried Dorsch</p>
<p><em>Quelle: personal manager 2/2011</em></p>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 10:09:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Sauerwein</dc:creator>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 10:09:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Sauerwein</dc:creator>
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		<pubDate>Fri, 15 Oct 2010 16:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Torsten Sauerwein</dc:creator>
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