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Outdoortraining für den Change

Freitagmorgen um 9.00 stehen die Mitarbeiter der Softwarefirma etwas unschlüssig und nervös vor einer ganz neuen Aufgabe. Sie haben die bequemen Bürostühle gegen festes Schuhwerk und ihren vertrauten Computerarbeitsplatz gegen ein Abenteuer in freier Natur eingetauscht. Mit Helm und Sicherungsgurt sieht auch der Chef aus wie alle anderen. Die Mitarbeiten erwartet ein unerwartetes Erlebnis. Sie werden erfahren, wie es ist, seinen Chef am lebensrettenden Seil zu halten, während er einen 8 Meter hohen Pfahl hinaufklettert. Oben angekommen, fragt sich der Chef, warum er sich das nur antut. Er steht wie gewohnt oben, seine Mitarbeiter stehen unten, doch nun soll er springen. Wie fühlt es sich an, wirklich zu vertrauen? Auch die Mitarbeiter, die längst begriffen haben, dass jeder von ihnen wichtig ist, spüren die Anspannung vor dem Sprung und dann kommt der Schrei. Die Sicherung steht, langsam lässt das Team den Mann hinunter. Als er den Boden berührt, strahlt er: „Das war super!“

Am Ende des Tages, nach verschiedenen Übungen am Boden sowie in der Höhe, haben alle Teilnehmer ähnliche Erfahrungen gemacht. Sie haben sich besser kennen gelernt, Grenzen erfahren, gemeinsam Lösungen gefunden, Verantwortung übernommen, sich gegenseitig Mut gemacht und vor allem haben sie erkannt, wie gut ihr Team funktioniert.

In der Personal- und Führungskompetenzentwicklung sind heutzutage Veränderungsprozesse mit entscheidend, laufen diese schneller und nachhaltiger, ist der Erfolg des Unternehmens gesichert. Teamwork, Kommunikation- und Kooperationsfähigkeit, gegenseitige Unterstützung und Überwindung von Grenzen sind hierbei essentielle Bausteine, aber auch die Herausforderungen, welche erkannt und gemeistert werden müssen.

Zielgerichtet und mit Unterstützung der Teamleitung ist der Erfolg eines Trainings umso erfolgreicher.

Das Design eines solchen OT muss situationsgerecht auf das jeweilige Team angepasst werden.

Empathie und die Beherrschung der sicherheitstechnischen Anforderungen zeichnen einen guten Outdoortrainer aus, neutral und ohne Bewertung holt er das Beste aus den Teams heraus. Der Blick ist positiv und baut auch auf kleine Erfolge der Teilnehmer.

Die körperlichen Voraussetzungen der Teilnehmer bestimmen die Struktur eines solchen Trainings.

„Challenge by choice“ ist ein Grundsatz, der entgegen einer möglichen unkontrollierten Gruppendynamik steht. Die Brusttrommel ist dabei den Bewohnern des Urwaldes überlassen.

Das Bewältigen von ungewöhnlichen Aufgaben und schier unüberwindbaren Hindernissen steht im Mittelpunkt. Mit Hilfe des Teams kann mancher Teilnehmer Herausforderungen meistern, die

er sich selbst nie zutraute. Eigenverantwortung bei solchen Maßnahmen trägt zum gesteigert Selbstbewusstsein bei. Das Vertrauen untereinander und in sich selbst wird gestärkt. Fehler

bekommen eine andere Gewichtung und das Team lernt damit natürlich umzugehen und korrigiert diese.

Ungeahnte Ressourcen werden sichtbar, und manch einer macht sich Gedanken über sein „Life Balance“, wenn er an seine körperlichen Grenzen stößt.

In Bewegung kommen und eigene Stärken erkennen, der entfachte Lernprozess wirkt sich nachhaltig auf das Miteinander im Team aus.

Die erfahrene und erfühlte Handlung ist dabei wertig und sinnhaft.

Diese Handlungen können bei Outdoortrainings durch verschiedene Aktivitäten erfüllt werden.

So werden verschiedene Natursportarten, wie z.B. Wandern, Klettern, Mountainbiken, Segeln usw.

eingesetzt. Künstliche Aufgabenstellungen, z. B. Iglubau und auch spezielle Elemente, wie sie ein Hochseilgarten bietet, lassen eine ganzjährige Prozessbegleitung zu.

Durch eine zeitnahe Reflexion wird die Kommunikation und Umgangsweise untereinander erkennbar gemacht.

Dabei spielt es bei den Aktivitäten keine Rolle, welche Anforderungen gestellt werden.

Höher, schneller, weiter sind keine Kriterien, das gemeinsame Erlebnis steht im Vordergrund und erweckt dabei die Begeisterung. Die Kreativität, wie Ziele erreicht werden, ist dabei grenzenlos, der Erfolg zählt.

Geduld und Beharrlichkeit ist bei einem solchen Training ein ständiger Begleiter, da ansonsten die Sicherheit in Frage gestellt sein kann.

Ist das Ganze echt und hat das was mit der Arbeit zu tun?

Aus meiner fünfjährigen, hauptberuflichen Erfahrung als Outdoortrainer heraus kann ich dies behaupten und wird auch von meinen Teilnehmern belegt. „Wie bei der Arbeit.“ war vor kurzem der Kommentar in zehn Meter Höhe, der ad hoc kam.

Dinge direkt beim Namen zu nennen, sind notwendig bei Outdoortrainings, da ansonsten ein Fehler

direkte Folgen haben kann. Es muss nicht gleich das Leben auf dem Spiel stehen, es reicht schon aus, wenn eine vermeintlich einfache Aufgabe nicht erfüllt bzw. halb erfüllt wird, um aussagekräftige Rückschlüsse auf das Team zu machen.

Durch eine systemische Betrachtung kann hierbei auf Probleme und Konflikte sofort erkennbar hingewiesen werden. Die Erkenntnis liegt nah und kann unmittelbar in einem Tun erprobt werden, ohne dass dabei ein Fehlschlag sich negativ auf das Unternehmen auswirkt.

Eingefahrene Verhaltensmuster können somit aufgebrochen werden und tragen zum Prozess, den das Team oder die Führungskraft durchlebt, maßgeblich bei.

Zählen Events und Incentives eher zu den Outdoor-Konzepten, die der Belohnung der Mitarbeiter dienen, so ist z.B. eine gemeinsame Kanutour eine sehr spaßige gemeinsame Unternehmung und trägt zum positiven Miteinander bei.

Wohingegen sich Kick-off’s und Outdoor-Trainings/Seminare zur Unterstützung von Veränderungsprozesse besser einsetzen lassen.

So ist eine gemeinsame Fahrt auf dem eigenständig erbauten Floss nachhaltiger und trägt mehr zum Kommunikationsverhalten bei.

Outdoortrainings lassen sich modular aufbauen, ein Vorgehen vom Leichten zum Schweren ist ein weiterer Grundsatz, dadurch ist durch die unterschiedlichen Aktivitäten kaum eine Grenze gesetzt.

Diese lassen sich unternehmensdurchgreifend, d. h. von Filiale zur Verwaltung, von Auszubildenden zu Führungskraft, einsetzen. „Human Ressource“ wird eingesetzt, ein gemeinsamer

„flow“ kommt in Bewegung.

Spass an der Aufgabe, Spass am Ziel, Spass am gemeinsamen Tun, Spass am Lernen, versetzen das Team in einen Prozess der Veränderung.

Selbstverständlich spielt das Budget, das für die Personalentwicklung zur Verfügung steht, eine ausschlaggebende Rolle. Muss doch der Trainer und zusätzlich das verbrauchte Material bzw. die Aktivität, die eingesetzt werden, bezahlt werden, weswegen viele kleinere und mittlere Unternehmen dann doch eher touristisch ausgelegte Elemente nutzen, um dann festzustellen, dass sie Spaß hatten, aber keine feststellbaren Veränderungen stattfanden.

Wichtig für ein nachhaltiges Outdoortraining ist die richtige Architektur, passend für das entsprechende Team und die ausführliche Durchführung verschiedener Reflexionsmethoden. Erst das Durchlaufen des Grundschemas von Outdoortrainings (Warm-up->Aktion->Reflexion) lässt einen Transfer in den Unternehmensalltag zu. Die Teams durchlaufen automatisch unterschiedliche Phasen und gewinnen somit echt hinzu.

Die Vernetzung während einer handlungsorientierten Maßnahme von dem Auszubildenden bis zur Führungskraft erreicht einen hohen Grad an Transparenz. Kompetenzunterschiede werden dargestellt, Führungs- und Lösungsorientierung wird sichtbar, persönliche Charaktereigenschaften werden gewinnbringend in die Teamentwicklung eingebunden, um insgesamt professionell an einem gemeinsamen Ziel im Unternehmen zu arbeiten.

Teilnehmer von Outdoortrainings integrieren und identifizieren sich besser mit ihrem Unternehmen. Teams entwickeln sich zu Hochleistungsteams, durchlaufen gemeinsam Höhen und Tiefen, Erfolge werden gefeiert und Klüfte überwunden. Ein positives Wir-Gefühl treibt den eigenen Antrieb an, der Lernprozess, den die Mitarbeiter durchlaufen, setzt Ressourcen für das Unternehmen frei.

Ein im Anschluss erfolgter sogenannter Follow-Up rundet ein professionelles Outdoortraining ab und stellt Erfolge und Probleme gemeinsam mit der Teamleitung heraus und klärt, welche Folgemaßnahmen sich anschließen könnten.

„Wer überwindet gewinnt“, sagte bereits Goethe und heutzutage sind solche handlungsorientierten Aussagen in unserem Sprachgebrauch tief verwurzelt, ohne dass wir uns jemals um deren praktische Durchführung in der Wirklichkeit gekümmert haben. Outdoortrainings machen solch allgemeingültigen Weisheiten erlebbar.



Sicherheitstrainer Hochseilgarten

4 x 2 Tage mindestens 8/max 12 Personen

Es werden die erlebnispädagogische und sicherheitstechnische Grundlagen für Hochseilgarten nach ERCA-Standards vermittelt.

In den Kurseinheiten werden niedrige und hohe Elemente im Hochseilgarten selbst erlebt und wie die sichere Anleitung und Durchführung von Veranstaltungen geleitet werden. Kursschwerpunkte:

  • Erlebnispädagogische Grundlagen
  • Sicherungstechniken
  • Seil- und Knotenkunde
  • Rettungsprozedere
  • Vermittlung und Moderation
  • Reflexionsmethoden
  • systemische Zusammenhänge

Mindestalter: 21 Jahre

Leitung:  Torsten Sauerwein, Diplom Outdoortrainer

Ort: Hochseilgarten Maximal-Outdoor

Gebühr: 470,00 € pro Person –

Termine: Sa.+So. 9:00 – 18:00 Uhr

Beginn:

24.10.2009-25.10.2009

31.10.2009-01.11.2009

07.11.2009-08.11.2009

14.11.2009-15.11.2009

Verpflegung + Übernachtung im Landhotel Klingerhof (auf Anfrage) möglich.

Anmeldung:

 

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Ausbildung zum Hochseilgartent…

Ausbildung zum Hochseilgartentrainer starten im Herbst
http://bit.ly/nN6JI

Super XXXL

Super XXXL

Als ich heute bei wunderschönem „bluebird“ in Wiesbaden im Park lag, mir die Sonne auf den Pelz braten ließ und in der FAZ rumblätterte, stieß ich auf einen Artikel von Andreas Lesti „Super XXXL“ Tourismus- Superlativ. Hier ein Auszug:

 

Der Tourismus- Superlativ zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er keiner ist. Und dadurch, dass man ihn vor lauter Einschränkungen, die den touristischen Superlativ rechtfertigen, manchmal gar nicht mehr als solchen erkennt. Ein Tiroler Skigebiet bewirbt zum Beispiel die „längste baumfreie Nordabfahrt in den Westalpen“. Da muss man erst mal abholzen, um zu erkennen, dass es hier um „die längste Abfahrt der Alpen“ geht. Weil es aber nicht die längste Abfahrt der Alpen ist, und auch nicht die längste Abfahrt der Westalpen, und auch nicht die längste Nordabfahrt der Westalpen, rechtfertigt sich dieser Superlativ erst über die vierte baumfreie Einschränkung.

Das Grundprinzip des Tourismus-Superlativs lautet: Man muss ihn so lange einschränken, bis die Kategorie so speziell, spezieller am speziellsten ist, dass es keine Gegner mehr gibt. Die Marketing Leute gehen also nicht vom Superlativ selber aus, sondern von der Konkurrenz, die sie durch  – das muss man zugeben – beachtlich kreative Einschränkungen eliminieren. Der „größte landliegende Findling Deutschland“ zum Beispiel landliegt in Brandenburg, der „zweithöchste freistehende Berg der Welt“ erhebt sich im Iran, und „das größte, hölzerne, oberschlächtige Wassermühlenrad Europas“ dreht sich in Calw. Der Bodensee ist „der drittgrößte See Mitteleuropas“, der Comer See „der drittgrößte Alpensee der Lombardei“, und in Linz lebt ein Mann, der „die größte private Sammlung indianischer Exponate Europas“ hat. […]

Und wenn die Gut-besser-am-besten-Logik der Tourismusbranche alle Stricke reißen, gibt es ja immer noch das Wörtchen „wahrscheinlich“ zur Absicherung. „Die wahrscheinlich längste Rodelbahn der Welt“ nehmen die österreichischen Orte Bramberg und Neukirchen für sich in Anspruch. Der „wahrscheinlich größte Barfuß-Park der Welt“ befindet sich in Lienen und der „wahrscheinlich größte Baum der Welt“ in der Nähe der Tempelanlage von Phimai in Thailand.                                                                                                                     

Andreas Lesti in FAZ 26.04.2009

 

Nach einer Hand voll Schmunzlern und nach in Kraft treten eines Arbeitsprozesses meiner Grauen Zellen (es ist schließlich Sonntag) fiel mir die beeindruckende Ähnlichkeit mit diesem Thema in meinem Berufszweig wie Schuppen von den Augen.

Auch in deutschen Hochseilgärten, Kletterparks, Waldseilgärten, Adventureparks oder wie auch immer man sie nennen will hält der super XXXL Trend Einzug. Und ehrlich gesagt bin ich von diesem längsten-höchsten-besten-schnellsten ziemlich genervt.

Ich beschloss also mich abends hinzusetzen und kurz einen Artikel für unseren Blog (übrigens mein erster aber auch bester und längster und …..) zu schreiben. Vorher hieß es aber recherchieren. Google macht s möglich. Schnell mal Begriffe wie Hochseilgarten, Flying Fox oder Seilrutsche eingetippt. Und da purzelten die Superlative nur schon so hervor.

 

„Einer der größten Naturhochseilklettergärten in Deutschland ist auf 17.000 qm in einen lebenden Baumbestand in direkter Lage neben dem Gasometer integriert.“

„5 Hektar Kletterwald – größteAnlage in NRW und RLP“

„Mit Deutschlands längster und aufregendster Seilrutsche“

„Deutschlands längste Seilrutsche macht Bad Wünnenberg zum rasantesten Kurort der Nation / An Stahlseilen hängend saust man mehr als 500 Meter weit“

„Besonderes Highlight ist eine ca. 70 Meter lange Seilrutsche über das Wasser, eine in Deutschland wohl einmalige Einrichtung.“

 „Deutschlands und wahrscheinlich auch Europas größter und höchster Hochseilgarten gebaut werden“

 Erstaunlich wie viele längste Seilbahnen es in Deutschland gibt. Und wenn man da nicht mithalten kann. Klar dann war man halt einer der Pioniere, der Erfinder und der Erste der so was überhaupt und überall auf der Welt hatte.

 

„Erster Nachtkletterpark Deutschlands“

„In Deutschlands erstem Kletterwald“

„Erster Hochseilgarten in Hamburg“ heißt es von einer Internetseite am 07. 01.2009.

„Die Hanseaten können einen neuen Drahtseilakt wagen – und zwar auf dem Wasser: Im April 2009 öffnet in Hamburg der erste schwimmende Hochseilgarten seine Pforten“.

Dachten sich die Betreiber wohl „na wenn wir jetzt nicht der erste sind dann halt der erste auf dem Wasser.“Sagte ich bereits, dass maximal-outdoor wahrscheinlich den ersten Hochseilgarten auf dem Mond bauen wird. Na ja. Wie gesagt so langsam kann einem das ganz schön auf die Nerven gehen.Gibt es den wirklich nichts Wichtigeres mehr als andere zu übertreffen und besser zu sein. Qualität hat ja bekannter maßen nichts mit Quantität zu tun. Anstatt immer nur bei der Konkurrenz zu gucken, macht es vielleicht öfters mal Sinn über seine eigenen Stärken nachzudenken. Wir versuchen das jedenfalls. Ob uns dass gelingt? Man wird sehen.

Wer mehr kreative Anregungen für Werbezwecke sucht, sollte hier Fündig werden:

http://touristischesuperlative.de/

Ich geh jetzt jedenfalls erst mal einen ganz normalen schlichten Kaffee trinken.

Saisonstart 2015

Ab sofort nehmen wir wieder Termine für Ihr Outdoortraining entgegen.

Beste Grüße
Torsten Sauerwein
Diplom Outdoortrainer

maximal outdoor
Im Neurod 5
63741 Aschaffenburg
Tel. +49(0)6021-4378859
Fax. +49(0)6021-9207942
Email: Info@maximal-outdoor.de
Webseite: http://www.maximal-outdoor.de

Saisonstart Naturhochseilgarten Klingerhof 2015

Ab sofort nehmen wir ihre Termine für Ihr Outdoortraining entgegen.

Beste Grüße
Torsten Sauerwein
Diplom Outdoortrainer

maximal outdoor
Im Neurod 5b
63741 Aschaffenburg
Tel. +49(0)6021-4378859
Fax. +49(0)6021-9207942
Email: Info@maximal-outdoor.de
Webseite: http://www.maximal-outdoor.de

Erlebnistrainings: Wichtig ist die Reflexion

Erlebnistrainings: Wichtig ist die Reflexion

Foto: Prohaska

Foto: Prohaska
Im Gespräch mit …

Sabine Prohaska

…ist seit 1992 in der Erwachsenenbildung als Trainerin, Vortragende und Coach tätig. Sie ist Gründerin und Inhaberin von prohaska seminar consult, Wien, einem Unternehmen, das selbst Trainer, Dozenten, Berater und Coaches ausbildet.

Frau Prohaska, in manchen Event-Trainings balancieren Manager in schwindelnden Höhen über dünne Seile oder steigen in tiefe Höhlen hinab. Welche „besonders“ kreativen Trainingsprogramme sind Ihnen bekannt?

Zahlreiche. Die Angebotspalette reicht vom gemeinsamen Kochen, Malen und Musizieren über Höhlenexpeditionen und Rätselrallyes mit GPS bis hin zu Seminaren mit Pferden und Wölfen. Der Fantasie sind beim sogenannten Erlebnislernen keine Grenzen gesetzt.

Warum sind solche „alternativen“ Formen des Teambuildings so gefragt?

Unter anderem, weil viele Unternehmen die Erfahrung gesammelt haben, dass es ihre Mitarbeiter stärker zusammenschweißt, wenn diese gemeinsam eine Aufgabe oder Herausforderung meistern, als wenn sie nur gemeinsam im Seminarraum sitzen. Zudem bleiben die Lerninhalte besser haften, weil über das gemeinsame Erleben sogenannte Erinnerungsanker geschaffen werden.

Worin unterscheiden sich diese Event- Trainings von den klassischen Trainings für Führungskräfte generell?

Der zentrale Unterschied liegt im unmittelbaren Erleben – zum Beispiel, wie ein Team funktioniert. Oder wie eine Aufgabe gelöst werden kann, von der die Teilnehmer zunächst dachten: Das ist unmöglich. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass das gemeinsam Erlebte stets nur eine Metapher darstellt. Entsprechend wichtig ist die anschließende Reflexion: Welches Verhalten haben wir zum Beispiel beim Floßbauen gezeigt und was lernen wir daraus für unseren Arbeits- und Führungsalltag? Erfolgt diese Reflexion nicht, wird das Erleben zum Selbstzweck, da kein Transfer erfolgt.

Also eignet sich nicht jedes Event-Training für jedes Trainingsziel?

Richtig. Die Ausgangsfrage muss stets lauten: Welches Ziel möchten wir mit der Trainingsmaßnahme erreichen? Das Trainingsdesign muss sich sozusagen dem Lernziel unterordnen, sonst wird Letzteres schnell nicht erreicht. Hierfür ein Beispiel: Angenommen ein Unternehmen möchte, dass seine Vertriebsmitarbeiter stärker als Team agieren. Dann würde ich dem Unternehmen beispielsweise keinen Raft empfehlen. Denn wenn ein Boot einen reißenden Fluss hinabgleitet, dann muss ein Insasse ganz klar das Sagen haben und die anderen müssen sozusagen blind den Kommandos ihres Anführers folgen. Denn in Stromschnellen ist zum Diskutieren keine Zeit. Sinnvoller wäre es, gemeinsam ein Floß zu planen und bauen, damit sich jeder Teilnehmer mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten einbringen kann.

Welchem Zweck dienen Veranstaltungen, bei denen vor allem Abenteuer und Mutproben im Vordergrund stehen?

Sie verfolgen oft zwei Ziele. Zum einen das wechselseitige Vertrauen aufzubauen, da es bei den integrierten Übungen häufig um die Frage geht: Inwieweit kann ich meinem Kollegen vertrauen beziehungsweise inwieweit bin ich bereit, ihm zu vertrauen? Zum anderen geht es darum, eigene Grenzen wahrzunehmen und unter Umständen zu verschieben, zum Beispiel, indem man etwas tut, von dem man zunächst dachte: Das kann ich nicht. Solche Trainings kommen vor allem zum Einsatz, wenn in Unternehmen Veränderungen anstehen, die von dem Einzelnen neue Denk- und Verhaltensmuster erfordern.

Lenkt der Eventcharakter nicht von den eigentlichen Trainingszielen ab?

Das kann geschehen. Deshalb ist die Reflexion des gemeinsam beziehungsweise individuell Erlebten unter professioneller Anleitung so wichtig. Denn den Teilnehmern erschließt sich oft nicht unmittelbar, was hieraus für ihren Arbeitsalltag folgt.

Garantiert das eigene Erleben denn überhaupt einen besseren Transfer in den Berufsalltag als ein rein theoretisches Vermitteln der Information?

Aus der modernen Hirnforschung weiß man, dass Erlebtes – vor allem wenn es mit positiven Emotionen besetzt ist – langfristig im Gehirn verankert wird. Dies gilt jedoch nur, wenn es entsprechend aufgearbeitet und verarbeitet wird. Erfolgt dieses Aufarbeiten nicht, bleibt nur das tolle Erlebnis im Gedächtnis haften. Der Lerneffekt tendiert also gegen null. Wie erwähnt, ist für den Lernerfolg die positive Emotion, also zum Beispiel das Erfolgserlebnis, sehr wichtig. Deshalb sollten die Trainings die Teilnehmer zwar fordern, aber keinesfalls überfordern. Sonst ist die Gefahr groß, dass das Training zum Beispiel für manche eher unsportliche Teilnehmer zum Albtraum wird und das Gegenteil des intendierten Ziels erreicht wird.

Sollte die Gruppe eher homogen sein oder ist der Lernerfolg sogar größer, wenn die Teilnehmer sehr unterschiedlich sind?

Als Trainerin liebe ich es, mit heterogenen Gruppen zu arbeiten. Denn es ist spannend, die unterschiedlichen Herangehensweisen der Teilnehmer zu beobachten und in Lernerkenntnisse für alle zu transferieren. Hinzu kommt: Gerade bei heterogenen Gruppen ist oft ein Teambuilding wichtig, damit die erforderliche zwischenmenschliche Akzeptanz entsteht, um die Unterschiedlichkeit als Chance und wechselseitige Bereicherung zu sehen.

Was kosten solche Seminare eigentlich?

Das variiert stark. Wenn ein Team nur gemeinsam kocht, dann ist dies selbstverständlich günstiger, als wenn es auf Kamelen eine Wüste durchquert. Allgemein gilt: Die Kosten sind in der Regel höher als bei einem klassischen Seminar. Denn bei Seminaren, die stark auf ein Erlebnislernen speziell in der Natur setzen, ist oft neben dem eigentlichen Managementtrainer eine geschulte Fachkraft wie zum Beispiel ein Bergführer nötig. Außerdem benötigt man das passende Equipment.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl der Veranstalter achten? Woran können sie im Vorfeld erkennen, dass bei dem Training vermutlich etwas Sinnvolles herauskommt?

Wie bereits gesagt, ist das Erleben kein Selbstzweck. Vielmehr soll die gewünschte Veränderung erreicht werden. Deshalb sollten Unternehmen unter anderem darauf achten, inwieweit die Trainer aufgrund ihrer Biografie dazu in der Lage sind, die hierfür nötigen Reflexions- und Transferprozesse bei ihren Mitarbeitern auszulösen. Sie sollten auch darauf achten, dass das Seminardesign ausreichend Zeit für den Transfer vorsieht. Erleben und Be- sowie Verarbeiten müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Welche Anforderungen werden bei solchen Trainingsdesigns an die Trainer gestellt?

Sie müssen zunächst ausgewiesene Fachkräfte für die jeweilige alternative Trainingsart sein – also zum Beispiel bei Kletterevents erfahrene Bergführer oder -steiger. Das ist wichtig für die Sicherheit der Teilnehmer. Sie müssen aber auch die Arbeits- und Kommunikationsprozesse in Unternehmen kennen und persönlichkeits- oder teambildende Prozesse bei Menschen auslösen und verantwortlich begleiten können. Also sollten sie zum Beispiel eine Coaching- oder Trainingsausbildung haben. Eine Person allein kann diese Anforderungen oft nicht erfüllen. Deshalb kommen bei solchen Trainings häufig Trainerteams zum Einsatz.

Wohin geht der Trend bei den „alternativen“ Trainings?

Mein Eindruck ist: Der Trend geht weg von eher exotischen Designs, wie zum Beispiel dem gemeinsamen Durchqueren der Wüste, und Trainings, die eine Survival-Komponente haben. Stattdessen werden zunehmend Elemente wie gemeinsames Kochen oder der gemeinsame Besuch eines Hochseilgartens in die Seminare integriert – aus Kostengründen und weil viele Unternehmen registrieren: Auch so erzielen wir die gewünschten Ergebnisse.

Auf den Punkt gebracht, was ist besser: alternatives oder klassisches Training?

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Das muss anhand des angestrebten Zieles stets neu entschieden werden. Auf alle Fälle sollten aber Kosten und Nutzen gut abgewogen werden.

Interview: Wilfried Dorsch

Quelle: personal manager 2/2011

I’m at Landhotel Klingerhof Ho…

I’m at Landhotel Klingerhof Hosbach (Am Hügel 7, Hosbach). http://4sq.com/csYj7N

:-) (@ Naturhochseilgarten Kli…

🙂 (@ Naturhochseilgarten Klingerhof) http://4sq.com/9SwbOn

I’m at Waffenschmiede (Friedri…

I’m at Waffenschmiede (Friedrich Voß Ufer, Kiel). http://4sq.com/9YUHdw

I’m at Leuchtturm Kiel-Holtena…

I’m at Leuchtturm Kiel-Holtenau. http://4sq.com/cy5Kdq